Private Pflegeversicherung

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Welche Leistungen bietet die Private Pflegeversicherung?

Bei den Angeboten der Versicherungen lassen sich drei Arten der Privaten Pflegeversicherung unterscheiden:

  • die Pflegerentenversicherung,
  • die Pflegekostenversicherung und
  • die Pflegetagegeldversicherung.

Pflegerentenversicherung

Die Pflegerentenversicherung ist die teuerste Vorsorgeform für den Pflegefall. Als Lebensversicherung bietet sie eine lebenslange Monatsrente, wenn eine Pflegebedürftigkeit eintritt. Die Rentenhöhe kann der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss für jede Pflegestufe selbst bestimmen.

Pflegekostenversicherung

Bei der Pflegekostenversicherung beteiligt sich die Versicherung bei Pflegebedürftigkeit anteilig an den Pflegekosten, die nach Abzug der Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung übrig bleiben. In welcher Höhe die Kosten für die jeweilige Pflegestufe erstattet werden, wird im Versicherungsvertrag festgelegt. Der Vorteil bei der Pflegekostenversicherung ist, dass die Leistungen sich an den tatsächlich anfallenden Kosten für die Pflege orientieren und dementsprechend auch Kostensteigerungen berücksichtigt werden. Für eine Kostenübernahme muss der Versicherte entsprechende Belege bei seiner Versicherung vorlegen.

Pflegetagegeldversicherung

Die geläufigste Private Pflegeversicherung ist die Pflegetagegeldversicherung. Sobald der Versicherte seine Pflegebedürftigkeit nachweisen kann, zahlt die Pflegetagegeldversicherung ihm einen zuvor vereinbarten Geldbetrag pro Pflegetag aus. Unabhängig von den tatsächlich anfallenden Pflegekosten oder der Pflegestufe stellt diese Form der Pflegezusatzversicherung somit ein wichtiges Zusatzeinkommen für Pflegebedürftige dar. Man spart sich im Pflegefall damit auch den Kampf um die Pflegestufe, der Pflegebedürftige erhält die Pflegetagegeldversicherung auch so ausgezahlt.

Typische Kosten und Bedingungen

Die Private Pflegeversicherung bietet eine sinnvolle Ergänzung zum gesetzlichen Versicherungsschutz im Pflegefall. Sie kann die finanzielle Lücke schließen, die durch die zu geringen Leistungen der Gesetzlichen Pflegeversicherung entsteht. Die Kosten und Vertragsbedingungen für die Private Pflegeversicherung sind grundsätzlich vom Anbieter, dem gewählten Tarif und der gewünschten Versicherungsleistung je Pflegestufe abhängig. Bis zum Jahr 2012 zahlten Männer für eine Private Pflegeversicherung noch weniger als Frauen, doch dies hat sich – zumindest für Neukunden – mit der Einführung der Unisextarife im Dezember 2012 geändert.

Bei den Vertragsbedingungen sollten Kunden der Pflegezusatzversicherung unbedingt Wert darauf legen, dass die Versicherung für jede Pflegestufe (I, II und III) sowie bei Demenz Leistungen zusagt. Bevor Interessierte eine Private Pflegeversicherung abschließen, sollten sie sich bei der Versicherungsgesellschaft zudem nach den Wartezeiten erkundigen. Leistungen aus der Privaten Pflegeversicherung können nämlich grundsätzlich erst dann vom Versicherten beansprucht werden, wenn die vertraglich vereinbarte Wartezeit abgelaufen ist.

Gesundheitsprüfung bei Aufnahme in die Private Pflegeversicherung

Es gibt Private Pflegezusatzversicherungen mit und ohne Gesundheitsprüfung. Seit Einführung des Pflege-Riester im Jahr 2013 ist die staatlich geförderte Pflegetagegeldversicherung prinzipiell für jeden möglich. Die Versicherungsgesellschaften dürfen keinen Antragsteller mehr wegen Vorerkrankungen abweisen. Auch Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse sind bei den geförderten Tarifen nicht mehr erlaubt.

Bei einer Pflegezusatzversicherung mit Gesundheitsprüfung hängt es von dem individuellen Gesundheitsbild des Versicherungsnehmers ab, ob und in welchem Umfang die private Pflegeversicherung ihn versichert. Nachdem der Bewerber für die private Pflegezusatzversicherung Gesundheitsfragen beantwortet hat, informiert der Versicherer ihn über seine Versicherungsmöglichkeiten.

Tipp: Tarife mit Gesundheitsprüfung sind für Gesunde meist deutlich preiswerter als Tarife ohne Gesundheitsprüfung.

Staatliche Förderung der Pflegeversicherung

Seit 2013 zahlt die Bundesregierung allen Bürgern, die eine geförderte, private Pflegetagegeldversicherung abschließen, einen monatlichen Zuschuss von 5 Euro. Die staatliche Förderung der privaten Pflegezusatzversicherung soll den Deutschen einen Anreiz geben, um privat für Pflegebedürftigkeit vorzusorgen. Da die Idee zur Förderung der privaten Pflegeversicherung von dem ehemaligen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) stammt, wird die Förderung auch als Pflege-Bahr bezeichnet.

Trotz starker Kritik von Stiftung Warentest am Pflege-Bahr werden die geförderten Tarife von den Kunden angenommen. Anfang 2014 gab es bereits über 400.000 solcher Verträge – mit stark wachsender Tendenz.

Wichtigste Anbieter der Privaten Pflegeversicherung

Zahlreiche Versicherungen bieten Pflegezusatzpolicen an. Zu den bekanntesten Anbietern der Privaten Pflegezusatzversicherung zählen:

  • die Deutsche Krankenversicherung (DKV),
  • die VGH Versicherungen,
  • die Allianz,
  • die Deutsche Familienversicherung,
  • die Axa,
  • die HanseMerkur,
  • die Debeka,
  • die Concordia und
  • die Huk-Coburg.

Da es unzählige Tarife für private Pflegezusatzversicherungen am Markt gibt, lohnt es sich für Versicherungsinteressierte immer, die Preise und Leistungen der Anbieter der Pflegezusatzversicherung zu vergleichen und Ausschau nach aktuellen Testsiegern zu halten.

Tipp: Mit einem Online-Rechner kann man sich einen ersten Überblick über die Tarife verschaffen.

Politische Ansichten zur Privaten Pflegeversicherung

Schwarz-Gelbe Koalition

In Deutschland wächst die Zahl alter und pflegebedürftiger Menschen nahezu täglich. Da die soziale Pflegeversicherung die vollumfängliche Versorgung im Pflegefall nicht gewährleisten kann, macht die Politik schon seit Längerem auf die Möglichkeit der privaten Pflegevorsorge aufmerksam. Schon die vormalige schwarz-gelbe Bundesregierung hat sich die Reform der Pflege auf die Fahnen geschrieben und mit dem ehemaligen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr das Pflegeneuausrichtungsgesetz (PNG) sowie die staatlich geförderten Pflege-Bahr-Tarife durchgesetzt.

Von Seiten der SPD wurde die Einführung der staatlichen Pflegeförderung damals jedoch kritisiert. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warf insbesondere der FDP einen Lobbyismus zugunsten der Versicherungswirtschaft vor. Die Kritiker bemängelten außerdem, dass die geplanten Zuschüsse für die Pflegezusatzversicherung wegen zu hoher Verwaltungskosten eine Verschwendung von Steuergeldern darstellen werden.

Große Koalition

Die aktuelle Bundesregierung plant momentan weitere Verbesserungen in der Pflege und wird in den kommenden Jahren sicherlich weitere Reformpläne umsetzen. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) plant unter anderem eine Beitragserhöhung in der sozialen Pflegeversicherung, damit Pflegebedürftige künftig bessere gesetzliche Leistungen erhalten können. Der neue Minister hat wie sein Vorgänger aber auch schon mehrfach darauf hingewiesen, dass die zusätzliche private Vorsorge für den Pflegefall sehr wichtig ist. Dass sich mittlerweile schon mehrere hunderttausend Bürgerinnen und Bürger für den Abschluss eines Pflege-Bahr-Tarifes entschieden haben, bezeichnete Gröhe zuletzt als „ermutigend“.

Individuelles Angebot

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