Förderung zur Pflegeversicherung

Seit Januar 2013 haben viele Kunden einer Privaten Pflegeversicherung Anspruch auf die staatliche Förderung der Pflegeversicherung. Dies ist im Gesetz zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung (Pflegeversicherungneuausrichtungsgesetz, PNG) festgelegt. Gefördert werden Verträge, bei denen im Jahr mindestens 120 Euro eingezahlt werden. Die maximale Förderung der Pflegeversicherung beträgt 60 Euro pro Jahr. 

Staatliche Förderung der Pflegeversicherung ab 2013

Im Frühsommer des Jahres 2012 hat der deutsche Gesetzgeber das so genannte Gesetz zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung (Pflegeversicherungneuausrichtungsgesetz, PNG) beschlossen und damit auch den Weg für die private Vorsorge für den drohenden Pflegebedarf freigemacht. Aufgrund des demographischen Wandels werden statistischen Erhebungen zufolge schon in etwa vier Jahrzehnten etwa vier Millionen Bundesbürger pflegebedürftig sein (heute sind es knapp über 2 Millionen). Dass der Staat aufgrund der ohnehin steigenden Rentenleistungen nicht auf Dauer Kosten in der bisherigen Höhe übernehmen kann, liegt auf der Hand. Diese Förderung wird auch Pflege-Bahr genannt.

Staat stellt für 2013 90 Millionen Euro bereit

Doch wie steht es tatsächlich im Einzelnen bei der Pflegeversicherung um die staatliche Förderung, von der in den Medien so rege gesprochen wird? Allein für 2013 soll eine Gesamt-Fördersumme in Höhe von 90 Millionen für die private Pflege-Zusatzversicherung bereitgestellt werden. Sofern die Bürger denn den erforderlichen Antrag für die Zuschüsse vom Staat stellen. Die Summe von 90 Millionen wurde gezielt auf die Menge von 1,5 Millionen Zuschuss-Berechtigten kalkuliert.

Wer kann die Förderung der Pflegeversicherung erhalten?

Das hängt vom Vertrag ab. Der Gesetzgeber hat bestimmte Mindesanforderungen gesetzt. Erfüllt ein von einem Versicherungsunternehmen angebotener Tarif diese Anforderungen, dann können alle Verträge mit diesem Tarif die staatliche Förderung der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen.

Gefördert werden können Verträgen mit Tarifen, die folgende Bedingungen erfüllen:

  • Annahmezwang: Der Versicherer darf keine Kunden abweisen (z. B. weil das Risiko zu hoch wäre)
  • Keine Gesundheitsprüfung für Vertragsabschluss nötig.
  • Keine Risikozuschläge, keine Leistungsausschlüsse
  • festgelegte Mindestleistungen in allen Pflegestufen (Pflegestufe 0 bis III)
  • maximale Wartezeit 5 Jahre (zwischen Vertragsbeginn und Leistungsanspruch im Pflegefall)

Bisher haben nicht alle Versicherungsgesellschaften solche Tarife zur Privaten Pflegeversicherung angeboten. Die Voraussetzung sind ja recht streng und man kann davon ausgehen, dass Tarife, die diese Bedingungen erfüllen, auch sehr teuer sein werden. Daher sollte man genau überlegen, ob man wirklich einen förderfähigen Vertrag möchte oder nicht lieber einen billigeren Tarif nimmt, der nicht alle oben genannten Bedingungen erfüllt. Ein guter Versicherungsmakler wird Ihnen beide Optionen ausrechnen und erklären.

Ferner muss der monatliche Beitrag mindestens 10 Euro betragen, sonst gibt es für die Pflegeversicherung keine Förderung. Gerade junge Menschen bezahlen aber oft weniger.

Wo kann man die Förderung beantragen?

Wie erwähnt müssen die Anträge von Versicherten in Eigeninitiative beim jeweiligen Anbieter der privaten Pflege-Zusatzversicherung gestellt werden. Dazu gibt es noch kein Standard-Verfahren. Setzen Sie sich einfach mit Ihrem Versicherungsanbieter in Kontakt.

Wenn Sie gerade überlegen, eine neue Private Pflegeversicherung mit staatlicher Förderung abzuschließen, dann sollten Sie im Beratungsgespräch mit dem Versicherungsmakler auch auf die Förderung hinweisen. Der Makler kann sich dann auch gleich um den Antrag bei der Versicherungsgesellschaft kümmern.

Wichtig: Laufende Verträge sind ebenfalls förderfähig

Sofern bereits existierende Policen gefördert werden sollen, ist dies meist unproblematisch. Dazu müssen die Versicherungsverträge lediglich alle erwähnten Bedingungen erfüllen, die auch für neue Versicherungsmodelle gelten. Wenden Sie sich hierzu direkt an Ihr Versicherungsunternehmen.

Bisher unklar ist die Frage, wie sich die neuen Unisex-Versicherungsmodelle auf die staatliche Förderung für Pflegeversicherungen auswirken werden. Dass die Versicherer keinen Antragsteller ablehnen dürfen, könnte spürbar höhere Versicherungsbeiträge zur Folge haben.

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